Menu
K
K

Presse - Details

 

Esterhazy-Imperium stellt sich neu auf

"WirtschaftsBlatt" vom 25.02.2014

von Andre Exner

Stefan Ottrubay wechselt aus zwei Esterhazy-Privatstiftungen ins operative Geschäft. Experten wie Gernot Essl, Veit Sorger und Julius Marhold verstärken das Team.

EISENSTADT. "Die Neuausrichtung von Esterhazy, die im Jahr 2002 begonnen hat, ist eine große Erfolgsgeschichte", sagt Stefan Ottrubay zum Wirtschafts-Blatt. Der Neffe von Melinda Esterhazy, der das auf mehr als 1,1 Milliarden € geschätzte Vermögen der letzten Erbin der bekanntesten Familie des Burgenlandes verwaltet, verabschiedet sich als Stiftungsvorstand aus den Esterhazy-Privatstiftungen F.E. Familien-Privatstiftung und Domänen-Privatstiftung.

Diese sind 100-Prozent-Eigentümer der Esterhazy Betriebe GmbH.

Hinter den Kulissen interpretieren das einige als Entmachtung und sehen den Kampf um das Vermögen der 93-jährigen Erbin ausgebrochen. Tatsächlich ist beim Landesgericht Eisenstadt ein Antrag auf Enthebung aus den Vorständen der Privatstiftungen eingelangt, wie es auf Anfrage heißt. "Zum Inhalt kann ich keine Angaben machen",sagt Bernhard Kolonovits, Vizepräsident des Landesgerichts.

Erträge verdreifacht

Laut Ottrubay ist die neue Struktur eine Stärkung der Führungsebenen auf Basis eines 2013 gefallenen Beschlusses: Es gelte, "neue unternehmerische Chancen, vor allem auch außerhalb des Burgenlandes",wahrzunehmen. Daher gibt es ab sofort einen neuen Direktionsrat für die Stiftungsgruppe, der von einem Fachgremium unterstützt wird (siehe rechts). Den Vorsitz des Direktionsrats übernimmt Ottrubay selbst. Der Manager lenkt das Esterhazy-Imperium seit mehr als einem Jahrzehnt. Das Geschäft wurde seit damals kräftig ausgebaut: Nachdem Esterhazy bis zur Jahrtausendwende in einen "Dornröschenschlaf versetzt" war, musste ab 2002 "sehr breit" in den Erhalt der Substanz investiert werden. "Allein in den letzten fünf Jahren haben die Stiftungen über 45 Millionen € in die verschiedenen Unternehmensbereiche investiert", sagt Ottrubay. "Die wirtschaftlichen Unternehmensbereiche bei Esterhazy konnten in dieser Zeit ihre Umsätze und die Erträge etwa um den Faktor drei erhöhen."

Gewinn nicht primär

Während die Gruppe mit Immobiliengeschäften ansehnliche Gewinne schreibt, machen mehrere Tochter-und Enkelgesellschaften der Privatstiftungen Verluste: Sie agieren für die touristischen und kulturellen Ziele von Esterhazy und werden finanziell durch die Erträge der Wirtschaftsstiftungen getragen, wie Ottrubay sagt. Auch die Esterhazy Betriebe GmbH sei "nicht primär auf Gewinnerzielung ausgerichtet".2012 erwirtschaftete die Esterhazy Betriebe GmbH bei rund 42 Millionen € Umsatz dennoch 90,6 Millionen € Gewinn, nach rund 0,4 Millionen € im Jahr zuvor. Der hohe Gewinn ergibt sich aus der Zuordnung einer Tochtergesellschaft, in die Vermögenswerte eingebracht wurden: Bei der Einbringung mussten die historischen Werte auf Marktwerte angehoben werden.

zurück