Menu
K
K

Presse - Details

 

Steuerabkommen: Auch Liechtenstein profitiert


"Oberösterreichische Nachrichten" vom 02.02.2013

Vaduz/Wien. Das dieser Woche paktierte Steuerabkommen zwischen Österreich und Liechtenstein wird dem Finanzministerium in Wien zwar einige hundert Millionen Euro aus bisher unversteuertem Geld bringen. Große Kapitalströme von Vaduz nach Österreich erwarten viele Experten jedoch nicht. Das lassen die Details des politischen Deals für die rund 5400 von Österreichern in Liechtenstein eingerichteten Privatstiftungen vermuten. "Liechtenstein bleibt ein attraktiver Finanzplatz, und Österreich bekommt sein Geld", sagt Bernhard Arming, Geschäftsführer der DBA-Treuhand in Salzburg, die zur Welser Partner-Treuhand-Gruppe gehört.

Wien hat ähnlich wie beim Abkommen mit der Schweiz durchgesetzt, dass Schwarzgeld mit einer einmaligen Steuer zwischen 15 und 38 Prozent weißgewaschen wird und künftige Erträge mit 25 Prozent besteuert werden. Vaduz hat im Gegenzug erreicht, dass die Stiftungseingangssteuer von 25 (wenn sie überhaupt bezahlt wurde) auf 5 bis 10 Prozent gesenkt wird. Das sei zwar immer noch mehr als für Stiftungen in Österreich mit 2,5 Prozent, sagt Peter Draxler, Geschäftsführer bei PricewaterhouseCoopers in Linz: "Aber es ist doch deutlich weniger als in der Schweiz mit bis zu 25 Prozent."

Auch bei der Kontrolle ist man sich entgegengekommen. In bis zu 20 Fällen pro Jahr darf Österreich direkt an Prüfungen teilnehmen. Es geht vor allem um intransparente Stiftungen, bei denen der Stifter angibt, es gebe keinen Zugriff auf das Vermögen und einen unabhängigen Stiftungsvorstand, was die Finanz in der Regel nicht glaubt.

Für Liechtenstein ist es ein guter Kompromiss, denn für die Berechnung und Einhebung der Steuern sind immer noch die eigenen Treuhänder zuständig. Für den Aufwand bekommt Vaduz einmalig vier Millionen Euro aus Wien. Außerdem ist im neuen Doppelbesteuerungsabkommen die Amts- und Vollstreckungshilfe bei Verdachtsfällen verankert, was Liechtenstein weiter weg vom Ruf einer Steueroase bringt. (az)

Deutschland-Schweiz

Das geplante Steuerabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz ist gescheitert. Der deutsche Bundesrat lehnte den Gesetzesentwurf der Regierung gestern, Freitag, ab. Ziel des Abkommens war, in der Schweiz veranlagtes Vermögen wie in Deutschland zu besteuern und Altvermögen pauschal und anonym nachzuversteuern. SPD und Grüne kritisierten, damit würden Steuerhinterzieher besser gestellt.

zurück