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Wer mit Stiftungen lebt, muss sie gut organisieren

"WirtschaftsBlatt" vom 27.3.2014

von Hans Pleininger

Stiftungen sind heute viel komplexer und Haftungsrisiken stellen die Vorstände vor neue Herausforderungen. Damit Begünstigte mitreden können, braucht es gute Schlupflöcher.

Wien. Stiftungen sind für Familienunternehmen aus steuerlicher Sicht heute nicht mehr populär. Aussteigen ist, wie gestern an dieser Stelle berichtet, nur mit kräftigem finanziellem Aderlass verbunden, und das wollen sich daher viele Unternehmer nicht leisten.

Wie lebt es sich am besten mit einer Stiftung und wie geht man mit ihr um? Größte Bedeutung kommt dem Stiftungsvorstand zu. "In den Anfängen des Stiftungsrechts wurde diese Tätigkeit vielfach als Ehrenamt gesehen", sagt Nils Kottke, Family-Management-Bereichsleiter im Bankhaus Spängler. "Zeitliche Restriktionen, ein nicht zu vernachlässigender Verwaltungsaufwand, wachsende Komplexität und stetig zunehmende Haftungsrisiken stellen Stiftungsvorstände vor neue Herausforderungen." Der Stiftungsvorstand müsse daher Strukturen schaffen, um diesen entgegenzutreten.

"Je größer und komplexer ein Stiftungsvermögen ist, desto komplizierter und weitreichender sind die Entscheidungen, die vom Stiftungsvorstand zu treffen sind." Kottke rät, externe Experten für eine fundierte Entscheidung herbeizuziehen, "um sich nicht angreifbar zu machen und Vorwürfe für fahrlässiges Handeln erst gar nicht aufkommen zu lassen."

Der Vorstand ist daran gebunden, was die Stiftungsurkunde besagt. Der Stifter hat wiederum seine Stiftung mit Personen seines Vertrauens besetzt. In der zweiten Generation ist das Verhältnis zum Vorstand nicht mehr so nah. "Häufig gibt es eine moralische Verbundenheit, aber es entsteht Distanz",sagt Kottke. "Und mit jeder weiteren Generation wird es nicht einfacher."

Damit die Next Generation trotzdem mitwirken kann, empfiehlt Kottke, die Begünstigten noch zu Lebzeiten des Stifters zu drängen, Dinge in der Urkunde Wettbewerb: Österreichs beste Familienbetriebe - Anmeldungzu verändern. Es gelte zu schauen, ob eine Beiratsmöglichkeit eingeräumt ist, in dem Begünstigte dann sitzen und mitreden können.

Stiftungstage andenken

Hat man keine Chance auf einen Beirat, sollte man Stiftungstage einrichten, bei denen sich Begünstigte und der Vorstand treffen. "Das hat keine rechtliche Verbindlichkeit. Aber es schafft Transparenz und Verständnis und hilft, Konflikte zu vermeiden",sagt Kottke. "Der Stiftungsvorstand hat in der Regel auch Interesse daran, weil es ihm möglichen Ärger erspart.

 

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