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Zu Lebzeiten die Stiftung abstecken


"WirtschaftsBlatt" vom 19.12.2012

von Werner Braun

Stiftungen sollten rechtzeitig auf ihre Effizienz hin überprüft werden. Denn nach dem Ableben des Stifters sind Änderungen am Vertrag schwer bis gar nicht mehr möglich.

Stifter haben mehrere Möglichkeiten, um Machtkonzentration beziehungsweise die Versteinerung der Stiftung nach ihrem Ableben zu vermeiden. Um der Nachkommenschaft Mitspracherecht einzuräumen, können beispielsweise sonstige Rechtsträger als weitere Stifter eingesetzt werden. Dies kann eine GmbH, KG oder andere juristische Person sein.

Der große Vorteil daran: Es können auch nach dem Ableben des ursprünglichen Stifters Änderungen am Vertrag vorgenommen werden. Allerdings ist dies nur dann möglich, wenn sich die weiteren Stifter (natürliche, juristische Personen oder sonstige teilrechtsfähige Rechtsträger) dieses Recht vertraglich auch gesichert haben.

Eine andere Möglichkeit, Familienmitgliedern Einfluss auf die Stiftung zu sichern, besteht darin, ihnen leitende Funktionen in der betreffenden Gesellschaft zu übertragen.

Einsetzung eines Beirats. Um den Stiftungsvorstand vom alleinigen Entscheidungsrisiko zu entlasten, kann außerdem ein Beirat eingesetzt werden, der über Zustimmungs- und Vetorechte verfügt. Mehrere Fälle in der Vergangenheit haben gezeigt, dass es mitunter zu groben Problemen kommt, wenn der Stiftungsvorstand die ganze Macht hat - wenn also weder ein Beirat bestellt noch eine Stiftergesellschaft eingesetzt wird.

Unternehmensführung. Der Stifter bringt Unternehmen und Vermögensgegenstände in die Stiftung ein, damit sie in der Zukunft weiterhin Gewinn erwirtschaften und wachsen. Für den Stiftungsvorstand stellt dies keine leichte Aufgabe dar. Die Zeit, die der Führung der Stiftung gewidmet wird, reicht meist nicht aus, um sich intensiv genug mit wichtigen Unternehmens und Anlagefragen auseinanderzusetzen.

Darüber hinaus ist der Handlungsspielraum des Vorstandes durch Vorgaben der Stiftungsurkunde, das Haftungsrisiko und die oft geringe Vorstandsvergütung begrenzt. Eine erfolgsabhängige Vergütung könnte hier Abhilfe schaffen. Um die angeführten Hürden zu vermeiden, sollten Stiftungen rechtzeitig vor dem Ableben des Stifters auf ihre Wirksamkeit im Sinne der erwünschten Ziele überprüft werden.

Der Autor ist bei Moore Stephens City Treuhand GmbH in Wien. 

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